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15. Juli 2010

Das Vabanquespiel bei der Finanzberatung beenden

Zu den von der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) veröffentlichten "Standards für die Finanzberatung" erklärt Nicole Maisch, Sprecherin für Verbraucherpolitik:

Verbraucherinnen und Verbraucher können nicht immer  einschätzen, welche Geldanlage zu ihnen paßt. Deshalb brauchen sie eine seriöse Beratung. Die  Bankberater empfehlen häufig Produkte, die aufgrund der hohen Provisionszahlungen lukrativ für sie selbst, aber unpassend oder riskant für den Verbraucher sind.

Es ist an der Zeit diesem Vabanquespiel ein Ende zu bereiten. Dazu bedarf es eindeutiger gesetzlicher Standards. Drei Jahre nach Beginn der Finanzkrise hätte die Bundesregierung den Banken endlich Zügel anlegen und die Finanzberatung auf ein seriöses Fundament stellen müssen.

Wir fordern daher eine Überarbeitung des derzeitigen Provisionssystems sowie verbrauchergerechte Standards für die Beratungsprotokolle. Außerdem bedarf es eines einheitlichen Produktinformationsblattes, das auch im Internet einsehbar ist und den Kunden ermöglicht, Finanzprodukte miteinander zu vergleichen. Da die Falschberatung für Verbraucher real kaum nachweisbar ist, fordern wir eine Beweiserleichterung und klare Schutzvorschriften. Damit die Finanzberatung besser kontrollierbar wird, setzen wir uns für einen Finanzmarktwächter ein, der den Markt beobachtet und Fehlentwicklungen an die Finanzaufsicht meldet.

Wir unterstützen den Verbraucherzentrale Bundesverband bei seinem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der Universität Mannheim für ein interaktives Programm, mit dem Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Risikoneigungen bestimmen können.