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16. März 2010

Der Westen: Verbraucherschützer mahnen verbesserte Finanzaufsicht an

Berlin. Das Thema Finanzberatung treibt Verbraucherschützer schon lange um - zum Weltverbrauchertag haben sie es erneut auf die Agenda gehoben. Der Chef der Verbraucherzentalen schredderte in Berlin symbolisch Finanzschrott und forderte eine Aufsicht im Sinne des Verbrauchers.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat eine kundenfreundliche Reform der Finanzaufsicht gefordert. „Jährlich verlieren Verbraucher durch teure Finanzprodukte, unfairen Vertrieb und mangelnde Transparenz viel Geld“, sagte Vorstand Gerd Billen am Montag in Berlin anlässlich des Weltverbrauchertages. Daher müsse die Finanzaufsicht den gesetzlichen Auftrag erhalten, sich aktiv um den Verbraucherschutz zu kümmern.

Mit einer öffentlichen Aktion unterstrich der vzbv seine Forderung: Billen schredderte in Sichtweite von Kanzleramt und Bundestag „Finanzschrott“, unter anderem mangelhafte Produktinformationen und unvorteilhafte Finanzprodukte.

Reformen verlangt

„Die Finanzaufsicht hat derzeit keinen gesetzlichen Auftrag, den Markt aus Verbrauchersicht unter die Lupe zu nehmen. Deshalb landet der Finanzschrott bei den Verbrauchern“, sagte Billen. Um dies in Zukunft zu verhindern, brauche es eine verbraucherorientierte Reform der Finanzaufsicht und strengere Regeln für Banken und Finanzvermittler.

Auch die verbraucherpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Lucia Puttrich, sprach sich für einen besseren Anlegerschutz aus. Sie bemängelte die Transparenz bei privaten Finanzgeschäften und forderte eine Stärkung der Finanzkompetenz von Verbrauchern. „Viele Kunden wissen gar nicht, dass Finanzvermittler versteckt mitverdienen - an dem einen Produkt mehr, an dem anderen weniger“, sagte Puttrich.

Kritik von den Grünen

Kritik an der Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) kam indes von der verbraucherpolitischen Sprecherin der Grünen, Nicole Maisch. Es sei weder das angekündigte Verbrauchertelefon, noch ein Gesetzesentwurf zum Schutz vor unseriösen Online-Anbietern und auch keine Nachbesserung der EU-Spielzeugrichtlinie erfolgt, sagte Maisch dem Online-Portal Bild.de.

Seit 1983 erinnern jedes Jahr am 15. März Verbraucherschützer weltweit an die Interessen und Rechte der Konsumenten. Die internationale Verbraucherorganisation Consumer“s International (CI) hat den diesjährigen Weltverbrauchertag unter das Motto „Unser Geld, unsere Rechte“ gestellt. (apn)

 

Quelle: derwesten.de (Stand: 16.03.2010)