Kein Ende des Gebührenstreits in Sicht
Geldautomaten(19.03.2010)
Von Markus Hinterberger
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Wer beim Geldabheben fremdgeht, spielt häufig Roulette, denn die Gebühren sind alles andere als leicht nachvollziehbar. Nun diskutieren Politiker und Banken. Vorschläge gibt es zuhauf.
Fremdgehen beim Geldabheben kostet, das wissen die meisten Bankkunden. Doch wie viel genau, ist unklar. Vor einigen Wochen hatte die FMH Finanzberatung für eine Welle der Empörung gesorgt. Die Frankfurter hatten herausgefunden, dass Kunden im Schnitt 5,64 Euro berappen, wenn sie sich ihr Bargeld an einem Automaten ziehen, der weder zur Hausbank noch zu einem Institut aus demselben Automatenverbund gehört.
Nun ist die Diskussion auch auf der politischen Ebene angekommen. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner fordert, dass Banken, klar über eventuelle Gebühren aufklären sollen. Konkretere Vorschläge gibt es aus ihrem Ministerium noch nicht. Die FDP fordert feste Beträge im Rahmen von bis zu fünf Euro. Ein weiterer Vorschlag von einem Einheitssatz von zwei Euro orientiert sich der Gebühr von vier Mark, die bis 1997 galt.
Diese Lösung favorisieren neben den Oppositionsparteien auch die meisten Privatbanken. Diese Institute stellen zusammen gerade einmal ein Fünftel der hierzulande rund 55.000 Geldautomaten und sind auf Gebühren angewiesen, die sowohl transparent als auch niedrig sind, damit ihnen nicht die Kundschaft zu Sparkassen und Genossenschaftsbanken wegläuft. Diese Gruppen stellen den Rest und können ihren Wettbewerbern gegenüber aus einer Position der Stärke heraus verhandeln.
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Lizenz zum Kundenschröpfen
Beide Verbände wollen Automatennutzer künftig genau darüber informieren, was das Abheben im konkreten Fall kostet - ganz wie es die Verbraucherministerin will. Aigner sei zu zögerlich heißt es aus der SPD. Eine Obergrenze von drei und mehr Euro halten die Genossen für eine "Lizenz zum Kundenschröpfen". Laut Berechnungen der "Financial Times Deutschland" kostet ein Mal Abheben am Geldautomaten die Bank zwischen 53 Cent.
Die Grünen-Verbraucherpolitikerin Nicole Maisch plädiert auch für die Deckelung auf zwei Euro gleichzeitig verweist sie auf neue Arten der Bargeldnutzung. "Wir stehen ohnehin am Vorabend zu einem Umbruch im Bargeldgeschäft, in unseren Nachbarländern ist es schon seit einiger Zeit ganz normal etwa an der Supermarktkasse Bargeld abzuheben." Diese Option hätten Verbraucher bald auch in Deutschland.
Seit einiger Zeit können in Deutschland Kunden an den Kassen der Supermarktkette Rewe sich ab einem Mindesteinkauf von 20 Euro Bargeld auszahlen lassen. Kunden von
Postbank, Deutscher Bank,
Commerzbank, HypoVereinsbank und deren Töchter können sich bei vielen Shell-Tankstellen kostenlos Geld aus der Kasse geben lassen.
Ein baldiges Ende des Streits ist nicht in Sicht. In der Forderung nach mehr Transparenz, sind sich Parteien, Banken und Verbraucherverbände einig, bei welchem Betrag der Gebührendeckel sich schließen wird, steht in den Sternen. Nun sind die Banken mit den größten Geldautomatennetzen gefragt.




