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8. Januar 2010

Keine Chance für Nacktscanner

Quelle:http://www.hna.de/nachrichten/stadt-kassel/kassel/keine-chance-nacktscanner-583793.html

(08.01.2010)

KASSEL. Seit dem jüngsten Attentatsversuch auf ein US-<wbr></wbr>Flugzeug ist die Debatte um die Sicherheit im Flugverkehr neu entbrannt. Die Passagiere sollen vor Abflug stärker kontrolliert werden. Im Gespräch sind so genannte Nacktscanner, mit denen bekleidete Passagiere bis auf die Haut durchleuchtet werden können.

Ulrike Gottschalck

Ulrike Gottschalck

Was halten heimische Bundestagsabgeordnete von den Geräten? Wir haben die Diskussion zum Anlass genommen, um ihre Meinung zu erfragen. Die Kasseler SPD-<wbr></wbr>Abgeordnete Ulrike Gottschalck ist gegen den Einsatz von Nacktscannern. „Das geht zu sehr in die Intimsphäre des Menschen“, sagt die Sozialdemokratin. Sie sieht aber noch Lücken bei den Sicherheitskontrollen und plädiert für den Einsatz moderner Technik. Als Beispiel nennt sie Scanner, die Gegenstände, aber nicht den Körper der Passagiere zeigen, sowie Geräte zum Aufspüren von Flüssigkeiten.

Die SPD-<wbr></wbr>Politikerin warnt davor, beim Sicherheitspersonal zu sparen. Die Kontrollen dürften nicht unter Hektik oder schlechten Arbeitsbedingungen leiden, sagt die Politikerin aus Niestetal.

Der FDP-<wbr></wbr>Bundestagsabgeordnete Björn Sänger (Ahnatal) lehnt die Nacktscanner grundsätzlich ab. Sie seien nicht mit der Würde des Menschen vereinbar, sagt er. Dies gelte für den computergesteuerten Betrieb und erst recht, wenn dabei Polizeibeamte im Einsatz seien. „Als Liberaler werde ich einen solchen Eingriff in die Bürgerrechte nicht mittragen“, erklärt Sänger. Er bezweifelt auch den Nutzen für die Sicherheit. Die jüngsten Vorfälle hätten deutlich gemacht, dass es keine absolute Sicherheit geben könne. „Wer glaubt, eine Gefährdung grundsätzlich ausschließen zu können, der irrt.“

Die Kasseler Grünen-<wbr></wbr>Abgeordnete Nicole Maisch hält ebenfalls nichts von den Nacktscannern. „Ich bin strikt gegen jeden weiteren Eingriff in die Persönlichkeitsrechte“, sagt sie. „Die Sicherheitssysteme haben versagt“, sagt die Grünen-<wbr></wbr>Politikerin. Dem sollte man zuerst auf den Grund gehen.

Das Sicherheitsproblem bekomme man auch mit den Nacktscannern nicht in den Griff. Bevor man die Bürgerrechte weiter einschränke, müsse man nach anderen Wegen suchen. Vorsicht sei auch wegen einer möglichen Strahlenbelastung der Fluggäste geboten. Archivfotos: Koch/nh

Von Ellen Schwaab